Expedition in der Mecklenburger Seenplatte

von Julia Hilpert (Kommentare: 0)

am 27. und 28. April 2019

  1. Expeditionsfahrt auf den Gewässern bei Lychen und Templin

Von der Marina Röbelin glitt das Kirchboot voll besetzt zuerst zur Mündung der Steinhavel und dann nach Fürstenberg, wo der seit ca. 10 Jahren gelobte Borsten-Fisch- und-Kanu-Pass besichtigt und Eis geschleckert wurde, bevor es über den Schwedt- und welligen Stolpsee ging.  Drei Landdienste brachten die Fahrzeuge nach Himmelpfort, wo das zweite Mal geschleust und flugs ein Picknick aufgebaut war.

Durch die langwierige Suche eines Pfades  zum Einsetzen des Bootes am Morgen hatten wir viel Zeit verloren und mussten ohne Pause im wunderschön kurvenreichen Woblitz-Tal und über den Großen Lychensee rudern, denn unser verabredetes Zeitfenster im Flößereimuseum Lychen war schon zu 100 Minuten abgelaufen, als wir die Clara-Zetkin-Straße 1 erreichten. Die Museumschefin hat aber dennoch eine richtige Führung veranstalten können, die uns sehr interessante Einblicke in die schwere Handarbeit im Wald des 18. Jahrhundert und beim Zusammenbau und Bewegungen mehrschichtiger Flöße (ein dicker Stamm von 20 m Länge wiegt immerhin um 1,5 Tonnen) gestatteten.

Der Einstieg ins Boot am Stadtsee war zwar nicht ganz einfach, aber wir fanden nach 600 m rudern eine ideale Aussetzstelle mit Steg und viel Platz direkt an der Hauptstraße nach Templin. Gegen 18 Uhr erreichten die Autos das Gästehaus am Lübbesee in Alimbsmühle, wo 5 Bungalows mit je 2 Räumen zu je 2 bis 4 Betten auf der Anhöhe bezogen werden konnten. Nach einem recht guten Abendbrot vom Grill konnten wir uns am Lagerfeuer warm halten. Unsere Holzhäuschen wären wahrscheinlich auch wärmer geworden, wenn wir alle die Elektroheizer angeschlossen hätten.                                  

Am Sonntag wurde in dem ehemaligen Herrenhaus  zufrieden gefrühstückt, bevor, nicht weit zu fahren, im Zaarsee die Expedition mit einer Suche nach der Ausfahrt fortgesetzt wurde. Es war die vierte Bucht, die dem Steuermann eine freie Sicht auf den nächsten See, dem 2,5 km langen Fährsee gewehrte. Nach Passage einer Straßen- und einer Eisenbahnbrücke waren wir auf dem Bruchsee. Hier fanden wir an der Backbordseite  eine breite Ausfahrt, aber nicht die schmale geradezu, die uns zum Gleuensee-Campingplatz für eine Pause führen sollte. Einige Leute wunderten sich dann etwas über die üppige Bebauung auf der linken Gewässerseite, denn wir waren schon in Templin, wo auch gleich geschleust werden konnte. Bei einem nur kurzen und windfrischen Stadtmauergang wurde in Erwartung eines  guten Mittagessens am Endpunkt der Expedition das Picknick ausgelassen und gleich die 9,5 km lange Etappe über den Röddelinsee in Angriff genommen. Da ein Handy den ersten Autofahrer in eine Sackgasse verführt hatte und das dann notwendig gewordene Trailer-Wenden im Wald länger als geplant  dauerte, kamen alle Leute fast gleichzeitig am Tinkerhof (kein „r“ vergessen) Kannenburg an, wo es neben der „Ausflugsgaststätte Berlin“ auch eine Schleuse gibt, die wegen geschwundener Standfestigkeit schon 2017 gänzlich zum berechtigten Ärger der gerade aufblühenden Wassertourismus-Sparte gesperrt wurde. Die Gaststätte war aber nicht gesperrt, sondern über alle Erwartungen hinaus gastlich. Schnell kamen Getränke und Speisekarten mit sehr leckeren und preisgünstigen Speisen. Kohlrouladen und Bauernfrühstück wurden wie verschiedene Braten mit „sehr gut“ bewertet, auch weil sie sehr schnell ankamen.

Für die zuerst äußerst schwierig erscheinende Möglichkeit, das Boot schräg auf das ca. 40 cm hohe Ufer in der nur etwa 8 m breiten Schleusenzufahrt zu hieven, fand der Fahrtenleiter in der Mittagspause eine Alternative. Nach der Einwilligung der Wirtsleute, den hundebelaufenen Hof zu durchfahren, konnte der Trailer dann an das Grundstücksende zum See geschoben werden. Hier war alles fast so gut wie an unserem heimischen Kalksee, den wir sehr zufrieden und ohne Schäden gegen 18 Uhr erreichten.

Theo

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